Alessa Werk Griesheim.
KMF- und Asbestsanierung im Chemiepark Griesheim, 190 Tanks und 15 km Rohrleitungsdämmungen selektiv entfernt, vollständig dokumentiert und lückenlos entsorgt.
- Auftraggeber
- Alessa Werk
- Standort
- Griesheim, Hessen
- Jahr
- 2021
- Umfang
- 190 Tanks · 15 km Rohr
Aufgabe
Chemieanlagen-Rückbau im Großmaßstab
Im Chemiepark Griesheim mussten 190 Prozessbehälter sowie fünfzehn Kilometer Rohrleitungen von ihren KMF- und asbesthaltigem Dämmmaterial befreit werden. Die Behälter und Leitungen befanden sich in mehreren Anlagenbereichen mit unterschiedlichen Zugangs- und Sicherheitsanforderungen.
Zusätzlich erschwert wurde die Maßnahme durch die Simultanpflicht: Teile der Anlage blieben während des Rückbaus in Betrieb, was höchste Anforderungen an Abgrenzung, Kommunikation und Sicherheitsplanung stellte.
Durchführung
Systematischer Anlagenrückbau
- Detaillierte Anlagenbegehung und Bestandskartierung
- Gefährdungsbeurteilung nach TRGS 521 und GefStoffV
- KMF-Rückbau Rohrdämmungen, 15 km in 8 Bauphasen
- Asbestsanierung Flansch- und Behälterdichtungen
- Dekontaminierung und Freigabe jedes Behälters nach Rückbau
- Vollständige Entsorgung als gefährlicher Abfall, bundeseinheitliche Begleitscheine
- Übergabedokumentation aller 190 Anlagenkomponenten
Ergebnis
190 Komponenten: vollständig freigegeben
Alle 190 Prozessbehälter und die gesamte Rohrleitungstrasse wurden regelkonform saniert und dokumentiert übergeben. Kein laufender Anlagenbereich wurde kontaminiert. Die Behördenabnahme erfolgte ohne Beanstandung.
Standort
Der Industriepark Griesheim
Der Chemiestandort Griesheim besteht seit 1856. Ludwig Baist gründete dort die Frankfurter Actiengesellschaft für landwirtschaftlich chemische Fabrikate, und zwar in Griesheim am Main, weil die Freie Stadt Frankfurt industrielle Produktion innerhalb ihrer Grenzen nicht zuließ.
1890 wurde in Griesheim erstmals im industriellen Maßstab Chloralkali-Elektrolyse betrieben, 1898 entstand daraus die Chemische Fabrik Griesheim-Elektron. Zwischen 1900 und 1904 entwickelte der Griesheimer Werksingenieur Ernst Wiss das autogene Schweißen und Schneiden. 1925 ging das Werk an die I.G. Farbenindustrie, 1952 an die Farbwerke Hoechst.
Heute betreibt Infrasite Griesheim, ein Unternehmen von Infraserv Höchst, den Industriepark mit rund 30 Unternehmen der chemischen Industrie auf 74 Hektar. Die Allessa GmbH unterhält dort eine Produktionsanlage.
Ein über mehr als 165 Jahre gewachsener Chemiestandort bedeutet für die Schadstofferkundung: Rohrleitungsnetze wurden in Etappen erneuert und mehrfach überbaut, Dämmungen liegen in Schichten übereinander, und an denselben Leitungen treffen alte Mineralwolle und asbesthaltige Abstandshalter aufeinander. Dann gilt für die Gesamtmaßnahme das strengere Regelwerk.
Quellen zum Standort
Die Angaben auf dieser Seite stützen sich auf die folgenden Regelwerke im Original. Rechtsstand jeweils bei den Herausgebern.
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