Wenn bei fünf Angeboten eines deutlich unter den übrigen liegt, ist die wahrscheinlichste Erklärung nicht bessere Effizienz. Bei Schadstoffsanierung sind Material, Entsorgung und Schutztechnik weitgehend marktgängig. Große Abweichungen entstehen fast immer aus einer anderen Annahme oder einer fehlenden Position.
Die sechs häufigsten Auslassungen
- 01Abschottung und Unterdruckhaltung nicht separat kalkuliert, sondern im Quadratmeterpreis versteckt.
- 02Randbereiche und Anschlüsse nicht enthalten, obwohl dort die Handarbeit liegt.
- 03Freimessung nicht enthalten oder nur eine Messung für mehrere Bereiche kalkuliert.
- 04Entsorgungsmenge zu niedrig angesetzt, insbesondere bei Volumenabrechnung.
- 05Feinreinigung als Bauendreinigung deklariert.
- 06Dokumentation im Umfang eines Lieferscheins statt einer Übergabe-Akte.
Prüffragen ohne Fachkunde
| Frage | Was die Antwort verrät |
|---|---|
| Welche Genehmigung liegt für welche Risikostufe vor? | ob der Betrieb die Leistung überhaupt anbieten darf |
| Wer ist die sachkundige Aufsichtsperson, namentlich? | ob Personal vorhanden ist oder erst gesucht wird |
| Wie viele Freimessungen sind kalkuliert? | ob abschnittsweise Freigabe geplant ist |
| Welche Entsorgungsmenge ist angesetzt? | ob die Menge zur Fläche plausibel ist |
| Was passiert bei einem Fund außerhalb des Katasters? | ob es Einheitspreise gibt oder eine Verhandlung folgt |
| Was kostet Vorhalten bei Bauunterbrechung? | ob Störungen bereits geregelt sind |
Was ein zu günstiges Angebot tatsächlich kostet
- Nachträge, verhandelt in einer Position der Schwäche, weil die Baustelle steht
- Bauzeitverlängerung, mit Folgekosten in allen Gewerken
- Mietausfall oder Produktionsausfall, wenn die Nutzung länger eingeschränkt bleibt
- eine Dokumentation, die bei der nächsten Maßnahme nicht verwertbar ist
- im schlechtesten Fall eine nicht bestandene Freimessung und eine Nachsanierung
Der letzte Punkt ist selten und teuer. Eine Nachsanierung bedeutet erneute Abschottung, erneute Anzeige bei geänderten Umständen und erneute Freimessung. Sie kostet regelmäßig mehr als die Differenz zwischen dem billigsten und dem teuersten Erstangebot.
Häufige Fragen
/01Wie erkenne ich ein unrealistisches Angebot?
Über die Positionen, nicht über die Summe. Prüfen Sie, ob Abschottung, Randbereiche, Freimessung je Bereich, Entsorgungsmenge, Feinreinigung und Dokumentation ausgewiesen sind. Fehlt eine dieser Positionen, fehlt Leistung./02Darf ich das günstigste Angebot ablehnen?
Bei privaten Auftraggebern ohne weiteres. Bei öffentlichen Auftraggebern über die Eignungsprüfung und, wenn nötig, über die Aufklärung eines unangemessen niedrigen Angebots./03Wie viel Abweichung ist normal?
Bei einem guten Kataster und einem vollständigen Leistungsverzeichnis liegen seriöse Angebote in einer überschaubaren Spanne. Weicht ein Angebot deutlich nach unten ab, lohnt eine gezielte Aufklärung der Positionen.