Asbesthaltiger Schwarzkleber unter Bodenbelägen war lange ein Grund, ganze Wohnungen leerzuziehen. Mit den emissionsarmen Verfahren hat sich das geändert. Die BT 33 Reihe der DGUV umfasst mehrere zugelassene Arbeitsverfahren, bei denen der Kleber mechanisch abgetragen und der Staub direkt an der Entstehungsstelle abgesaugt wird. A.S.A Bau ist für die Variante BT 33.6 zugelassen, und auf diese beziehen sich die Angaben hier.
Das Prinzip
Eine Bodenschleifmaschine trägt den Kleber vom mineralischen Untergrund ab. Entscheidend ist nicht das Schleifen, sondern die Absaugung: Sie sitzt unmittelbar am Schleifpunkt, in einer eingehausten Zone, und ist so ausgelegt, dass praktisch kein Asbeststaub in die Raumluft gelangt. Das Verfahren ist auf Einhaltung der Anforderungen der TRGS 519 ausgelegt.
Wofür das Verfahren gilt
| Untergrund | Eignung |
|---|---|
| Zementestrich, Beton | geeignet, Standardanwendung |
| Anhydritestrich | eingeschränkt, abhängig von Festigkeit |
| Gussasphalt | nicht geeignet, thermisch empfindlich |
| Holzdielen, Spanplatte | nicht geeignet, Untergrund ist auszubauen |
| Fliesen mit Kleberrest | abhängig vom Aufbau, Einzelfallprüfung |
Die Untergrundfrage ist die wichtigste Vorprüfung und entscheidet über Kosten und Bauzeit. Auf nicht schleiffähigem Untergrund wird der Untergrund selbst zum Abfall, was Menge und Preis deutlich verändert. Diese Prüfung gehört in das Kataster, nicht auf die Baustelle.
Ablauf
- 01Materialprobe aus Kleber und Untergrund, Analyse im akkreditierten Labor.
- 02Gefährdungsbeurteilung, Verfahrensauswahl, Anzeige bei der Behörde.
- 03Bodenbelag entfernen, in der Regel als separater Arbeitsschritt mit eigenem Schutzkonzept.
- 04Arbeitsbereich abgrenzen, angrenzende Bereiche staubdicht sichern, Zugang regeln.
- 05Kleber mit dem zugelassenen Verfahren abtragen, mit Absaugung an der Entstehungsstelle.
- 06Randbereiche, Ecken und Anschlüsse nacharbeiten, hier liegt die eigentliche Handarbeit.
- 07Feinreinigung mit Industriesauger der geforderten Staubklasse.
- 08Freimessung, danach Freigabe des Bereichs.
- 09Entsorgung als gefährlicher Abfall mit Nachweis.
Schritt 6 wird regelmäßig unterschätzt. Die Maschine schafft die Fläche, nicht die Ränder. An Türlaibungen, Rohrdurchführungen, Sockeln und Ecken wird von Hand gearbeitet, und dort entstehen die Fasern, wenn das Konzept nicht sauber ist.
Verfahrensbindung
Die meisten in der DGUV Information veröffentlichten emissionsarmen Verfahren dürfen von Fachbetrieben mit der erforderlichen Sachkunde und Ausrüstung angewendet und einmalig je Betrieb angezeigt werden. Für BT 17, BT 18 und die BT 33 Reihe gilt das nicht in gleicher Weise: Diese Verfahren sind an bestimmte Betriebe gebunden. Für Auftraggeber heißt das: Nicht jeder Asbestfachbetrieb darf BT 33.6 anwenden. Das ist ein prüfbares Kriterium bei der Vergabe.
Was das Verfahren wirtschaftlich verändert
- Bewohner können in der Wohnung bleiben, wenn raumweise gearbeitet wird
- keine Umzugs- und Ersatzunterbringungskosten
- kein Mietausfall über die Bauzeit
- kürzere Bauzeit, weil der Aufbau der Schutztechnik geringer ausfällt
- Estrich bleibt erhalten, der Bodenaufbau muss nicht neu aufgebaut werden
Der letzte Punkt ist bei größeren Beständen der entscheidende. Ein erhaltener Estrich bedeutet, dass nach der Sanierung direkt der neue Belag verlegt werden kann, ohne Trocknungszeiten für einen neuen Estrich.
Häufige Fragen
/01Was bedeutet BT 33.6 genau?
BT steht für die in der DGUV Information beschriebenen emissionsarmen Arbeitsverfahren. Die BT 33 Reihe deckt den Ausbau von Vinyl-Asbest-Platten und die Entfernung asbesthaltiger Kleber ab und ist in Untervarianten gegliedert, unter anderem BT 33.3, BT 33.4, BT 33.6 und BT 33.7. A.S.A Bau ist für BT 33.6 zugelassen./02Muss ich während der Arbeiten ausziehen?
In der Regel nicht. Wird raumweise gearbeitet und der Arbeitsbereich abgeschottet, bleibt der Rest der Wohnung nutzbar. Ob das im Einzelfall trägt, entscheidet die Gefährdungsbeurteilung./03Darf jeder Asbestfachbetrieb BT 33.6 anwenden?
Nein. Anders als die meisten emissionsarmen Verfahren sind BT 17, BT 18 und die BT 33 Reihe an bestimmte Betriebe gebunden. Fragen Sie die Verfahrensberechtigung bei der Vergabe ausdrücklich ab./04Funktioniert BT 33.6 auf jedem Boden?
Nein. Der Untergrund muss schleiffähig und mineralisch sein, typisch Zementestrich oder Beton. Auf Holz, Spanplatte oder Gussasphalt ist das Verfahren nicht anwendbar, dort wird der Untergrund ausgebaut.