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Schadstoffkataster vor dem Abbruch: warum es sich immer rechnet

Ohne Kataster preist jeder Bieter Unsicherheit ein. Mit Kataster kalkulieren alle dasselbe. Was in ein belastbares Kataster gehört.

Themenfeld
Regelwerk & Recht
Veröffentlicht
10. März 2026
Lesezeit
2 Minuten

Ein Schadstoffkataster ist keine Pflicht, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung. Es kostet einen Bruchteil der Sanierung und entscheidet darüber, ob Sie am Ende den kalkulierten Preis zahlen oder den Preis nach Nachträgen.

Was passiert ohne Kataster

  1. 01Jeder Bieter schätzt Menge und Material unterschiedlich ein.
  2. 02Angebote sind nicht vergleichbar, weil sie unterschiedliche Annahmen enthalten.
  3. 03Der günstigste Bieter hat meist die optimistischste Annahme getroffen.
  4. 04Auf der Baustelle wird gefunden, was nicht kalkuliert war.
  5. 05Nachtrag, Bauzeitverlängerung, Diskussion über die Verantwortung.

Inhalt eines belastbaren Katasters

  • raumweise Erfassung mit Bauteilbezug, nicht nur eine Materialliste
  • Probenahmestellen im Plan verortet, mit Fotodokumentation
  • Laboranalysen mit Angabe des Verfahrens und der Nachweisgrenze
  • Mengenangaben in der Einheit, in der später abgerechnet wird
  • Einschätzung der Risikostufe je Tätigkeit, nicht je Material
  • Hinweise auf verdeckte Bereiche, die nicht zugänglich waren

Der richtige Zeitpunkt

Vor der Ausschreibung, nicht danach. Ein Kataster, das erst nach der Vergabe erstellt wird, verliert seinen wichtigsten Zweck: die Vergleichbarkeit der Angebote. Bei Gebäuden im Betrieb ist der Zeitpunkt zusätzlich an die Zugänglichkeit gebunden. In einer Produktionshalle sind viele Bauteile nur im Stillstand erreichbar, also im Revisionsfenster.

Kataster und Vertrag

Das Kataster gehört als Vertragsgrundlage in die Ausschreibung. Dazu gehört eine Regelung für Funde, die es nicht erfasst: Wer trägt sie, in welcher Höhe, und wie wird der Terminplan angepasst. Diese Klausel ist unangenehm zu verhandeln und ersetzt später eine Auseinandersetzung.

Häufige Fragen

  • /01Was kostet ein Schadstoffkataster?
    Es hängt an Gebäudegröße, Zugänglichkeit und Anzahl der Proben. Verglichen mit der Sanierung ist es ein kleiner Posten. Verglichen mit einem Nachtrag wegen unentdeckter Belastung ist es fast immer der günstigere Weg.
  • /02Wer darf ein Schadstoffkataster erstellen?
    Ein Sachverständiger für Gebäudeschadstoffe mit Probenahmekompetenz, verbunden mit einem akkreditierten Labor für die Analytik. Ausführende Sanierungsbetriebe sollten Kataster nicht für Projekte erstellen, die sie anschließend selbst anbieten.
  • /03Brauche ich ein Kataster auch bei kleinen Maßnahmen?
    Bei einem einzelnen Bodenbelag in einer Wohnung genügt oft eine gezielte Materialprobe. Sobald mehrere Bauteile, mehrere Räume oder ein Abbruch betroffen sind, ist das Kataster die günstigere Variante.

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